Krankheiten

Patellaluxation beim Hund

By 24. Juli 2018 No Comments

Patellaluxation beim Hund

Auf der Hundewiese sind sie häufig anzutreffen – Jack Russell Terrier, die in ihrem Gang “kleine Hüpfer” einbauen. Wie goldig der kleine Hund läuft – süß sieht es aus! Das ist doch typisch für diese Rasse. Ein Irrglauben! Jack Russell Terrier leiden häufig an einer angeborenen Patellaluxation.

Die Patellaluxation beim Hund kann grundsätzlich bei jeder Hunderasse vorkommen. Überwiegend sind jedoch sehr kleine bis mittelgroße Rassen betroffen.

Was versteht man unter der Patellaluxation?

Die Kniescheibe (Patella) ist in dem stärksten Streckermuskel des Knies eingelagert und dient dem Schutz des Muskelansatzes vor mechanischen Belastungen. Sie ist durch Faszien und Bänder in ihrer Position fixiert. Kommt es nun traumatisch oder genetisch bedingt zur Ausrenkung der Kniescheibe, werden neben dem darunter liegenden Knorpel und Knochen auch häufig die Bänder und die Gelenkkapsel verletzt.

Die wörtliche Übersetzung “Kniescheibenausrenkung” beschreibt daher nicht einmal annähernd, was bei der Patellaluxation beim Hund passieren kann.

Patellaluxation beim Hund – Symptome

Bei der angeborenen Form der Patellaluxation sind die Symptome zunächst geringgradig ausgeprägt: Der Hund humpelt und hoppelt eigenartig, tritt seine Gliedmaße nach außen hin weg (die Kniescheibe wird dadurch wieder eingerenkt) und läuft dann normal weiter.

Bei der traumatisch bedingten Form kommt es plötzlich zu einer hochgradigen Lahmheit: Die betroffene Gliedmaße wird nicht mehr belastet. Kommt es zusätzlich zu Bänderrissen, schwillt das Knie in kürzester Zeit an.

Verdacht auf Patellaluxation – was tun?

Die Patellaluxation wird in vier Schweregrade eingeteilt, die auch unterschiedlich behandelt werden. Der Tierarzt kann dies mittels einer speziellen Untersuchungstechnik herausfinden.

Grad I und II können in der Regel gut durch Physiotherapie behandelt werden. Tipps für den Alltag (z.B. kein Ball spielen) können dafür sorgen, dass die Patellaluxation nicht schwerwiegender wird. In der Regel kann der Hund mit Grad I und II ein (fast) normales Leben führen.

Bei Grad III und IV wird ein Röntgenbild oder ein MRT Aufschluss über den entstandenen Schaden geben. Teilweise sind dann auch Operationen notwendig. Nach der Operation sollte mit Physiotherapie begonnen werden, um die Genesung zu beschleunigen.

Welche physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei der Patellaluxation beim Hund gibt es viele physiotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten. Diese richten sich natürlich nach dem Zustand des Hundes. Dazu zählen:

  • Massagen und Dehnungen der überlasteten Strukturen (durch Schonhaltungen)
  • isometrische Übungen und aktive Bewegungstherapie zum Aufbau der verlorenen Muskulatur (Post-Op)
  • Elektrotherapie, Lasertherapie und Farblichttherapie zur Schmerzlinderung

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